24 Kommentare zu “Brautkleid

  1. Der sitzt aber auch schön da, alle Federn wohlgeordnet – erinnert wirklich sehr an ein Brautkleid, vom Krönchenbis zur Schleppe 🙂

  2. Das Brautkleid.

    Die Flur hat angezogen
    Ein grünes seidenes Kleid,
    Die leichten schillernden Falten
    Umfliegen sie weit und breit.

    Und unter der flatternden Hülle
    Schlägt ihre warme Brust,
    Die Winde wollen sie kühlen
    Und verglühen sich selber in Lust.

    Es zucken die Sonnenstrahlen
    Herunter mit blitzendem Brand,
    Als möchten sie gern ihr versengen
    Das neidische grüne Gewand.

    Sie ruft : Ihr Strahlen, ihr Winde,
    Mein Kleid laßt unversehrt !
    Es ward von meinem Liebsten
    Zum Brautschmuck mir beschert.

    Der Mai, so heißt mein Liebster,
    Er gab es zu tragen mir ;
    Er sprach : du sollst es tragen,
    Solang‘ ich bleibe bei dir :

    Und wenn ich von dir scheide,
    So werd‘ es gelb vor Gram,
    Dann laß es von den Menschen
    Dir ausziehn ohne Scham,

    Und leg‘ als nackte Witwe
    Dich nieder in deinem Leid,
    Bis daß ich wiederkehre
    Und bring‘ ein neues Kleid.

    Wilhelm Müller (1794 – 1827)
    Aus Gedichte von Wilhelm Müller.
    Herausgegeben von Max Müller.
    Erster Teil. 1868. » Frühlingskranz aus
    dem Plauenschen Grunde bei Dresden «

    Einen schönen Sonntag und Viele Grüße !

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